12. Mai

Liebe Freunde!

Nach einer 3-stündigen Wanderung von Spindlermühle haben wir die Elbquelle im märchenhaft schönen, wildromantischen Riesengebirge erreicht. Da sie sich geheimnisvoll unter einem Restschneefeld versteckt hielt, hatten wir die seltene Chance, mitten in der Elbquelle zu stehen. Mit einem waghalsigen Sprung über die Elbe konnte ich meinen 63. Geburtstag auf unvergessliche Art feiern. Seid alle herzliche gegrüßt, auch von den Elbkinderlandfreunden. Die Elbtour beginnt übermorgen in Litoměrice!

Euer Rolf

Direkt zum Termin – bitte hier klicken: 12. Mai ... 14. Mai ... 15. Mai ... 16. Mai ... 4. Juni ... 5. Juni ... 6. Juni ... 12. Juni ... 13. Juni ...
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14. Mai

Gut gelaunt im Dauerregen
Elbtour-Auftakt in Litoměřice

Eine fröhliche Chorgemeinschaft aus zwei deutschen und zwei tschechischen Chören trotzte beim Auftakt der Elbtour 2010 einem nicht enden wollenden Dauerregen. Unmittelbar an der Elbe, im Wetterschutz einer mächtigen alten Straßenbrücke, wurde schon bei den Proben spürbar, mit welcher Freude die Elbkinder ihr Konzert erleben wollten. Dass dies auch mit wenig Publikum bestens rüberkam, macht uns optimistisch für die nächsten Konzerte im Schlosshof von Mělník und an der Elbschleuse in Poděbrady. Die Reise geht weiter ...

Die Dame im orangenen Regenmantel ist Magdalena Reifova, mit der ich das Lied "Europa Kinderland" im ZDF gesungen habe. Sie trägt als neue Freundin des Elbkinderlandes mit ihren, in Tschechien bei allen Kindern beliebten Liedern, sehr zum Gelingen des Programms bei.
Der Chor in den gelben Hemden ist Hlásek aus Litomérice. Die Mädchen in blau sind von den Elbkindern Hetlingen.

Frühstücksbericht aus Podebrady

Geschafft! Nach dem Aufstieg zur Elbquelle mit einem Tag im märchenhaften, wild-romantischen Riesengebirge und zwei gemütlichen Abenden in der gastfreundlichen Villa Hubertus begann unsere Elbtour 2010 mit einem Tag im Dauerregen von Litoměřice. Mit der Elbe im Blick trotzten alle Mitwirkenden dem Wetter und rückten umso enger auf der trockenen Bühne zusammen. Das Kennenlernen der Chöre aus Dannenberg und Hetlingen mit den Kindern aus Litomerice und Zahlovice ging nahtlos über in ein sich gegenseitige Ermuntern und Anfeuern. Unsere neue Freundin Magdalena Reifova trug dazu mit vollem Herzen bei. Die Zusammenarbeit mit dem kooperativen Service-Team der Stadt war eine der erfreulichen Überraschungen des Tages. Wir haben hier einen motivierten neuen Partner für weitere Elbkinderkonzerte und -begegnungen gefunden.

15. Mai

Ein Bühnenabbau im Regen ist nicht gerade die Lieblingsarbeit unseres Technik-Teams, aber der nächste Morgen in Mělník entschädigte uns alle mit dem beeindruckenden Panorama vom Schlossberg hinab in die Moldau-Elbe-Ebene - bei trockenem Wetter und sogar ein wenig Sonnenschein. Im Schlosshof galt es zunächst, die gleichzeitigen Vorbereitungen für ein Weinfest, eine Hochzeit und unser Konzert mit einander abzustimmen. Ein emsiges Treiben von einigen Dutzend Aktiven zog sich durch den ganzen Morgen. Die in den Schlosshof einziehenden Kinder gaben uns schließlich den notwendigen Adrenalin-Stoß für das zweite Konzert der Tour. Dieses Mal mit zwei Folkloregruppen, die einen traditionellen und doch sehr erfrischenden Schwung in das Miteinander auf der Bühne brachten. Bis hin zum spontanen gemeinsamen Tanzen in der Pause versprach schon die erste Hälfte des Konzertes einen gelungenen Verlauf. Das Miteinander der Gäste des Weinfestes (viele aus Deutschland angereist) und unseres Familienpublikums geriet zu unserer Überraschung bestens. Schlossherr Jiři Lobkovicz begrüßte und verabschiedete die Elbkinder und ihr bunt gemischtes Publikum und erwies sich zu dritten Mal als unser Freund und Förderer. Schloss Mělník war und bleibt in jeder Hinsicht ein Höhepunkt des Elbkinderlandes.

16. Mai

Noch durchgekühlt vom Wind auf dem Schlossberg von Mělník erreichten wir am späten Abend Poděbrady - ein vertrauter Ort seit dem letzten Konzert im Kurpark vor zwei Jahren. Der vorgesehene Spielort an der Elbschleuse erwies sich angesichts des Wetterberichtes bei angekündigten 7 Grad mit Wind und Regenschauern als nicht empfehlenswert. Die Freunde vom Chor Kvítek und der Kulturabteilung der Stadt hatten bereits eine Alternative in der Konzerthalle Symfonie vorbeitet. Dort erlebten wir schon nachts und am frühen Morgen eine Hilfsbereitschaft und ein spontanes Organisationstalent, das unser Team bis in die Proben zum Konzert hinein beflügelte. Was sich dann in der Halle abspielte übertraf alle Erwartungen: Ein prall gefülltes Haus, vor der Tür ein von der örtlichen Schule erdachtes Elbkinderlandspiel, in allen Räumen ein fröhliches, entspanntes Miteinder der Helfer und unser fünf Gruppen aus Hamburg, Hetlingen, Přelouc, Pardubice und natürlich aus Poděbrady. Kraftvoller Chorklang, zauberhafte Folkloretänze aus Hamburg-Finkenwerder und Pardubice - immer eine kleine Geschichte erzählend - dazu eine Magdalena Reifova in Höchstform machten unser Konzert zum absoluten Höhepunkt der bisherigen Tournee. In Poděbrady haben wir eine Hochburg des Elbkinderlandes aufbauen können und kommen bestimmt gern zurück, am liebsten direkt ins gastfreundliche Schlosshotel oberhalb der Elbschleuse.

Melnik

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Fotos (Mělník): Jiři Čermák

Ein großes Dankeschön an Daniela Červenclova, unsere unermüdliche "Botschafterin" der Elbkinderlandes und ihre vielen örtlichen Helfer. Nun geht es Richtung Heimat. Wir freuen uns sehr auf den Gegenbesuch der tschechischen Chöre und Tanzgruppen in Deutschland. Die Elbour 2010 geht weiter - am 4. Juni in Hetlingen diekt am Elbdeich in der schönen Haseldorfer Marsch.
podebradyandreas

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Fotos (Poděbrady): Andreas Krüger

Foto links: Dušan Sloboda

4. Juni – Sonnenstart am Ebdeich

1150 Kinder und Jugendliche fieberten dem Start des deutschen Abschnittes unser "Elbtour 2010" in Hetlingen entgegen. "Kvítek" unsere singenden Freunde aus Poděbrady übernachtete bei den Elbkindern Hetlingen, Jarošáček, die tanzenden Freunde aus Mělník, bei den Elbkindern in Brunsbüttel. Wir alle wurden von strahlendem Sonnenschein und erfrischendem Nordwestwind an der Hetlinger Schanze begrüßt. Alle Vereine des Ortes beteiligten sich ehrenamtlich an der Durchführung des Konzertes, so mangelte es rund um die Aktiven und unser Publikum an nichts. Eine umwerfende Gastfreundlichkeit!.

Mehr als 1.000 Besucher erlebten ein Konzert mit vielen Farben und Facetten des Elbkinderlandes. Zu den guten alten norddeutschen Volkliedern, natürlich op platt, schwangen die Kinder der Bürgerschule Glückstadt das Bein, wie die Altvorderen, und sagenen genauso rockig und selbstbewusst "Wir sind Kindern, der Stoff auf dem die Zukunft ist". Die Palette der Hetlinger Elbkindner reichte vom erfrischenden "Auf los geht's los" bis zu mitreißendem mehrstimmigen Popgesang. Gemeinsam waren wir uns einig "Du brauchst ein Lied". Genauso einig waren sich nach einem beeindruckenden tschechischen Liederblumenstrauß "Kvítek" und die Kinder aus Glückstadt mit dem tschechischen Schipperlied "Koraby".

Das große bunte Miteinander wurde schwungvoll aufgemischt und in tradtionellen Trachten umrahmt von der Tanzgruppe Jarošáček aus Melník. Die vielen Hits und Ohrwürmer des Tages fanden in "Children Of Europe" ihren Höhepunkt. Der Elbdeich am Hetlinger Hafen hat eine großartige Konzerpremiere erlebt - eine Traumkulisse für das Publikum, mit vorbeiziehenden Ozeanriesen und Segelbooten. Wir tragen kostbare Momente der Begegnung weiter, zunächst nach Brunsbüttel.

Bitte Bilder mit der Maus berühren ... oben sieht man dann Michael Gundlach, der Rolf auch bei der Elbtour begleitet. Links kann man sogar mit einem Klick ein drittes Bild sehen ...

6. Juni – Elbe Küstenpark - Wie gut, dass es die Sonne gibt!

"Das Oste-Sperrwerk schließt um 18.00 Uhr!" Wo man solche Hinweise bekommt, und die Hebebrücke fleißig in Bewegung sieht, ist man an einem sehr speziellen Platz, dem "Elbe-Küstenpark" bei Balje an der Ostemündung, Unsere Gastgeber vom "Natureum" bringen den Besuchern jeden Alters die reiche Elbflora und - fauna abwechslungsreich und anschaulich näher. Ein ganztägiger Ausflug lohnt sich also, das nahmen auch viele unserer Konzertbesucher wahr. Ein wenig von dem Sonnenschein bei 29° im Küstenpark hätten wir gern bei den tschechischen Konzerten gehabt. Zum Glück frischte der Wind gerade rechtzeitig zum Konzertbeginn ein wenig auf. Noch bei der Probe suchten unsere Gäste von Jarošáček Schutz vor der stechenden Sonne unter Tüchern und T-Shirts.

Die neuen Elbkinderlandfreunde vom "Kehdinger Kinderchor" besangen ihren 100-jährigen alten Leuchtturm, der in Sichtweite hinter unserer Bühne stand. Sehr verlockend erklang der "Badetag am Elbestrand", ein Lied das mancher gern wörtlich genommen hat, zumindest mit einem erfrischenden Fußbad. Gute Freunde, bereits seit der "Elbtour 2000", kamen aus Buxtehude, die "Stieglitze". Aus der kleinen, 12-köpfigen Gruppe von damals, ist ein großer Chor mit über 100 Kindern geworden. Auf unserer Bühne fanden 40 von ihnen Platz und brachten einen mitreißenden, modernen Chorsound zum Klingen. "Alles strömt" sangen wir gemeinsam und spürten, ebenso wie das zahlreiche Eltern-Kind-Publikum, den uns alle verbindenden Fluss. Gut 120 Kilometer elbabwärts kamen unsere Freunde von der Elbtal-Grundschule und überraschten vor allem durch eine witzige, musikalische Zeitreise mit einem Lied ihres Bleckeder Komponisten Friedrich Willhem Kücken. Hinter der Bühne ein deutsch-tschechisches Singen und Spielen im Schatten und bei bester Laune, so stellen wir uns lebendige Begegnung vor.

Geradezu ein Hammer war es, den "Fanblock" der Glückstäder Kinder und Eltern im Konzert zu erleben. Da kam fast schon WM-Stimmung auf. Zu so viel Freude gehört dann aber unweigerlich auch der kleine Abschiedsschmerz. Die Freunde aus Mělník fuhren in ihrem Bus in die Nacht nach Hause, Kvítek aus Poděbrady gönnten sich noch eine rauschende Abschiedsparty bei ihren Gastgebern von der Bürgerschule in Glückstadt. Es war mir eine Freude, auch das noch mitzuerleben und in der Übernachtungsturnhalle ein kleines Abendlied zu singen: "Dein kleines Leben".

Das Elbtour-Team gönnt sich eine kleine Verschnaufpause und freut sich auf die Konzerte in Hitzacker und Hamburg.

Fotos Brunsbüttel: Jahnke (oben)
5.6. – Elbkinder vor schmucken Seglern - und dicken Pötten

Unser Elbtour-Spielort in Brunsbüttel verzauberte schon beim Bühnenaufbau mit einem Blick auf die westliche Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals. Vom schneeweißen Kreuzfahrtschiff bis zum bulligen Container-Verteiler zog so ziemlich alles zum Greifen nah an uns vorbei, was die Seefahrt zu bieten hat. Mit schmucken Seglern und emsigen Kanalfähren direkt hinter der Bühne bot sich während des ganzen Konzertes bei bestem Wetter eine grandiose, maritime Kulisse.

Im Konzert sangen und tanzten unsere tschechischen Freunde Kvítek und Jarošáček für ein Drei-Generationen-Publikum. Durch die Begrüßungspartys, gemeinsame Ausflüge und Übernachtungen mit ihren deutschen Gastgebern noch vertrauter geworden, entwickelte sich auch hinter der Bühne ein buntes Miteinander der Kinder und Jugendlichen. Die Elbkinder der Boy-Lornsen-Schule in Brunsbüttel sangen - außer ihren liebsten "Rolf-Liedern" - gemeinsam mit mir die Brunsbüttel-Hymne "Wo de Wind von See her weiht" für den betagten Elblotsen und Komponisten des Liedes, Willi Lüdert. Er nahm die Ovationen seines Brunsbütteler Publikums sichtlich berührt entgegen. Dem Elbtour-Team winkte zum Tagesabschluss ein leckeres Fischgericht auf der Torhaus-Terrasse direkt neben der Bühne und dann eine späte Fährfahrt quer über die Elbe von Glückstadt nach Wischhafen - mit Sonnenuntergang und Kreuzfahrtromantik - wie es sich eine so hart arbeitende Mannschaft wahrlich verdient hat.

12.6. – Danke Petrus!

Die meteorologischen Vorzeichen für das Konzert in Hitzacker waren noch am Vortag zum Stirnrunzeln: Die geplante Spielstätte auf der Schweineweide hatte sich die Elbe durch Hochwasser zu eigenen gemacht, der Wind blies kalt mit Schauern aus dunklen Wolken. Viele fleißige Hände machten über Nacht aus der höher gelegenen Wiese am Hitzacker-See, mit Blick auf den sich ausbreitenden Fluss, einen würdigen Ersatzspielort. Gleich daneben das bei allen Kindern beliebte Elbkinderlandspiel.

Mit dem Einzug der Gruppen aus Dannenberg, Bleckede, Blankenese und Pardubice zeigte sich das Wetter immer noch elbefrisch, aber stabil, und die Zipfelmützenkinder aus den Kindergärten in Hitzacker und Hamburg-Blankenese konnten Ihr Publikum fröhlich mit dem "Lied der kleinen Elbspatzen" begrüßen. Das abwechslungsreiche Programm erhielt einen unerwarteten Höhepunkt mit dem Eintreffen eines Elbeschwimmers, der die 63 Kilometer von Wittenberge zum Elbe-Kirchentag geschwommen war – eins mit dem sauberen Fluss, um am Elbe-Kirchentag auf den großen Schatz aufmerksam zu machen, den wir mit der Elbe haben. Ihren zweiten Auftritt bei der Elbtour 2010 genossen die Kinder der Grundschule Elbtalaue, ihren dritten bereits die "Regenbogenkids" aus Dannenberg. Beide Gruppen glänzten mit einem "Heimspiel". Aufgeregt standen die Kleinsten der Singschule Blankenese auf der Bühne und besangen nicht nur "Die Jahresuhr" sondern auch ihren Hamburger Stadtteil mit dem weltberühmten Treppenviertel.

Nach einem ausgedehnten Begrüßungstag in Hamburg, mit Hafenrundfahrt, Mini-Wunderland und Alsterbummel, zeigten uns die 29 Kinder von "Radost" aus Pardubice in Hitzacker ihre bezaubernden "Tänze aus dem böhmischen Märchenbuch". Bestens versorgt von ehrenamtlichen Helfern, wurden viele Kinder miteinander vertraut – lebendige Begegnung nicht nur auf der Bühne. Das alles mit ein paar Tröpfchen "Taufwasser" von oben. Danke Petrus, danke der Kirchengemeinde Hitzacker!

Fotos links: Hitzacker – Krusche
Fotos unten: Finkenwerder – M. Staub

13.6. – Steife Brise aus West

Wie ein aufgeblasener Spinnaker stand unsere Bühne am Finkenwerder Elbufer, als wollte sie Richtung Elbquelle abheben. Skipper auf vorbeiziehenden Großseglern mögen bei gut 6 Windstärken gerätselt haben, was wir da an Land vorhaben. Aber der Segelwetterbericht war verlässlich: "Gegen Nachmittag abnehmender Wind bei auflockernder Bewölkung". Bestes Elbtour-Wetter, vorausgesetzt man hat die die richtige Kleidung für die Proben ausgewählt. Richtig entschieden hatten sich die Alsterfrösche, die JUNGS, Radost und ihre Gastgeber, die Lütt Finkwarder Speeldeel, alle in windfesten Jacken. Das erste Konzert war mehr als gut besucht von einem bunt gemischten Familienpublikum, das zweite von zahlreichen Familien mit Omas und Opas, die offenbar nicht schon am Nachmittag dem WM-Fieber verfallen waren. Den ganzen Tag über hatte das ehrenamtlich betreute Elbkinderlandspiel großen Zuspruch.

Schon bei der ersten Elbtour im August 2000 waren sie dabei: Die Alsterfrösche mit ihrem Frosch Fridolin. Sie besangen poppig ihre "Stadt mit der Nase im Wind" und rissen das Publikum mit einem rasanten 5-Minuten-Rolf-Lieder-Potpourri zu Begeisterungsstümen hin. Ihren ersten großen Auftritt hatten die JUNGS mit ihrem groovenden "Boss" Jens Pape am Klavier. Da wurde gesungen und gerappt, mit Taschentüchern gewunken und zum "Matrosensong" am Schiffsruder gedreht. Ein gelungener Auftakt für weitere Auftritte im Elbkinderland, zunächst am 14.8.2010 in Dresden. Die tschechischen Freunde der Lütt Speeldeel lernten mit dem "Hamborg-Alphabet", das Buchstabieren in deutscher Sprache, hörten in der "Piraten-Story" die beliebtesten internationalen Seemannslieder kennen und staunten über die zum Greifen nah an ihnen vorbeiziehenden Container-Riesen. Ein gemeinsamer Tanz beider Folkloregruppen wurde zu einem Höhepunkt des Tages, der aber auch den unvermeidlichen Abschied von einander mit sich brachte.

Voll betankt mit Erinnerungen fuhren unsere Freunde aus Pardubice mit dem Bus in die Nacht nach Hause. Sie hinterlassen frische Spuren einer neuen Freundschaft im Elbkinderland. Die ganze Finkwarder Speeldeel hat sich mit diesem Konzert erneut als ein starkes Team erwiesen, auf das man fest bauen kann, auch am weichen Elbestrand. Danke!

Fotos Brunsbüttel (2x): Passmann ...
...wenn Sie auf das Bild oben klicken, sehen Sie vier Mädels in Hetlingen - ein kleiner Nachtrag zum Vortag..

13.8. - Meißen

Skeptische Blicke auf die Wetterkarte wichen bald einem erleichterten Lächeln. Der dritte Abschnitt unserer Elbtour begann ohne Blitz- und Donnerbegleitung auf der Albrechtsburg in Meißen, wo in diesem Jahr das 300-jährige Jubiläum der Porzellan-Manufaktur gefeiert wird. Der beeindruckend restaurierte Burghof füllte sich vollständig mit vielen erwartungsvollen Besuchern aus Sachsen und von weiter her. Weit angereist waren auch unsere tschechischen Freunde vom Chor Hlásek aus Litoměřice (Leitmeritz). Gleich von nebenan kamen neue Elbkinderlandfreunde, die "Domkurrende" Meißen. Auch nur einen Fußweg hatte unser Elbkinderlandfreund Gerhard Schöne, der sein Publikum vom ersten Ton an zum Schmunzeln und Mitmachen brachte. Gerhard war schon bei der ersten Elbtour vor 10 Jahren in Dresden dabei und wurde nun vom Vorsitzenden des Vereins Elbkinderland, Günter Jacobsen, herzlich zur Ehrenmitgliedschaft eingeladen, die er dankend annahm. Ein Wiedersehen gab es auch mit den Magdeburger Elbkindern, die sich auf ein ganzes Wochenende an der sächsischen Elbe freuen durften. Alle Elbkinder konnten die verwunschenen Kellergewölbe der Burg erforschen und den Blick hinab ins Elbtal bestaunen. Als das Finale des Konzertes von vielen tanzenden Regenschirmen begleitet wurde, gab es keinen Zweifel bei den Mitwirkenden und Zuschauern: Meißen ist immer eine Reise wert und unser Konzert hat sowohl die Städtepartnerschaft Meißen-Litoměřice, wie auch dem Miteinander der Elbkinder frischen Schwung belebt.

14.8. - Dresden

Das "Elbflorenz", ist auch für das Elbkinderland historischer Boden, denn hier feierten wir vor genau 10 Jahren das Finale der ersten "Elbtour gegen den Strom" und der Name "Elbkinderland" wurde hier zum ersten Mal ausgesprochen. Wieder durften wir ein großes Publikum am Königsufer begrüßen. Da wo durch den Sommer hindurch die Filmnächte locken, genossen viele hundert Familien bei auflockerndem Himmel den Blick auf die Dresdner Altstadt und begrüßen mit herzlichem Applaus die JUNGS aus Hamburg, Hlásek aus Litoměřice den Kinder- und Jugendchor der Kirchengemeinde Mühlberg und - für ein Heimspiel - die Dresdener Elbkinder und die Dölzschener Spatzen. Für die JUNGS war es die erste große Reise nach der Chor-Gründung vor zwei Jahren, sie überraschten auch in Dresden mit ihrer erfrischenden musikalischen Hamburger Brise. Beeindruckende Mehrstimmigkeiten und eine ansteckende Fröhlichkeit gehören zu den besonderen Qualitäten von Hlásek. Bei einem 30-minütigen Stromausfall in der Probe zeigte sich ihre Stärke durch das spontane Anstimmen von Mitmachliedern, die schnell mit weiteren Ideen von den von den deutschen Elbkindern beantwortet wurden. Alle Chöre begeisterten unser Kinder- Eltern und Großelternpublikum, das bei vielen vertrauten Liedern aus voller Kehle mitsang. von den deutschen Elbkindern. Die Kinder aus Mühlberg werden uns nun am kommenden Wochenende auch bei sich zu Hause (dann als Gastgeber von "Kvítek) besinnlich und lebensfroh einstimmen. Nach dem Konzert ging es in einer langen Kinderkarawane ans Ufer gegenüber, zum Anleger der Weißen Flotte. Der 80-jährige Schaufelraddampfer Leipzig fuhr eine immer wieder singende Gemeinschaft an den Dresdner Elbschlössern vorbei bis zum "Blauen Wunder" und zurück. Kann ein Elbkinderkonzert schöner ausklingen?

15.8. - Torgau

Schloss Hartenfels sollte es sein, vor zehn Jahren spielten wir hier am Schlossberg im Rosengarten, nun freuten wir uns auf den Innenhof unterm dem berühmten Wendelstein. Wieder skeptische Blicke auf die Wetterkarten mit drohenden Gewitterfronten, dann die Entscheidung: Wir brauchen ein festes Dach über dem Kopf. Dieses fanden wir und fast tausend Besucher von nah und fern in der Stadtkirche St. Marien an der Schlosszufahrt. Elbkinder vor dem Altar, Michael Gundlach an seiner Orgel unter der Kanzeltreppe, ein hochragendes Kirchengewölbe und ein Tonechnikteam mit einer großen Herausforderung. Es gelang, und das Konzert hatte seinen ganz eigenen Klang, Hlásek aus Litoměřice änderten spontan ihr Programm und bescherten uns zwei wundervolle Chorlieder, die den spätgotischen Bau erfüllten. Die Lokalmatadoren von der Grundschule am Rodelberg brachten mit viel Schwung und modernen Kinderliedern untern anderem ihren "Meereswasserrock", den sie hoffentlich recht bald einmal auch bei einem Besuch an der Elbmündung singen werden. Die Magdeburger und Dresdner Elbkinder feierten ihr Wiedersehen und ließen die heiligen Hallen mit hier wohl seltener zu hörenden, fröhlichen Mitsingliedern erschallen. Die Chorleiterinnen Britta Meier und Rica Grovermann sind langjährige verlässliche Stützen unseres Vereins. Das Finale des Konzertes wurde von einem kräftigen Donnergrollen und prasselndem Regen vor der Kirchentür begleitet. Wir sangen im Trockenen und sind der Kirchengemeinde Torgau dankbar für die Hilfsbreitschaft.

Danke Sachsen!

Ein Wochenende mit drei unvergesslichen Tourneehöhepunkten liegt nun hinter uns, die Elbtour geht weiter. Wir freuen uns auf die romantischen Elbwiesenkonzerte in Mühlberg (21.8.), Elster (28.8) und Coswig, Anhalt (29.8.). In allen drei Orten wird unter anderem "Rolfs Vogelhochzeit" aufgeführt. Vor den Konzerten wird in Mühlberg und Elster das "Elbkinderlandspiel" aufgebaut, mit 12 Spielstationen, an denen die den Kinder ihren Fluss spielerisch erleben können. Auch dafür lohnt sich der Besuch. Wir freuen uns auf Euch!

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22.8. - Mühlberg

Ein traumhafter, sonniger Sommertag wurde uns am idyllischen Mühlberger Bootshafen geschenkt. Der Hafenplatz mit seinen Schatten spendenden, 100-jährigen Eichen war die ideale Spielstätte für ein Elbkinderkonzert, diesmal mit Besuch von einer bunten Vogelhochzeitsgesellschaft. Aus der Grundschule Belgern waren die Vögel quer über die Elbe geflattert, um für uns in ihren zauberhaften Kostümen zu singen und zu spielen. Für unsere tschechischen Freunde vom Chor Kvítek aus Poděbrady war dies ein ganz neuer Eindruck vom Elbkinderland. Mit einem bewundernden Lächeln beobachteten sie die Vogelkinder auf der Bühne, während sich zur anderen Seite die lebendige Vogelwelt der weiten Mühlberger Elbwiesen entfaltete. Kvítek verabschiedete sich nach fünf Konzerten mit beeindruckender musikalischer Energie und zwei, gemeinsam mit Rolf gesungenen, deutsch-tschechischen Duetten von der Elbtour 2010. Mit Viel Spaß taten sich, nach einer andächtigen musikalischen Einstimmung, auch die Gastgeber vom Kinder- und Jugendchor Mühlberg mit ihren tschechischen Besuchern auf der Bühne zusammen und sorgen mit "Nase vorn" für herzhafte Lacher bei Groß und Klein. Der Chor des Werner-Heisenberg-Gymnasiums aus Riesa zeigte, dass unter seinem naturwissenschaftlich geprägten Dach auch musikalische Projekte ihren Spielraum finden . Die diesjährigen "Deichtage" (in dankbarer Erinnerung an die heil überstandene Jahrhundertflut 2002) erlebten für die Mühlberger und viele Gäste aus nah und fern mit dem Elbkinderkonzert ihren Höhepunkt. Das wurde besonders spürbar, als die Chorleiterin von Kvítek, Vera Fronkova, drei junge Baumsprösslinge als Gruß aus Poděbrady überreichte. Sie sollen dazu beitragen, die schmerzhaften Lücken im alten Baumbestandt zu schließen, die der Tornado von Pfingsten in das Ortsbild gerissen hat. Wir fühlen uns diesem beschaulichen Städtchen mit dem Kloster Marienstern und seinen warmherzigen Gastgebern von der Kirchengemeinde nun noch enger verbunden.

28.8. - Elster

Na, wird das ein Gummistiefel-Konzert auf der romantischen Elbwiese am Bootshaus in Elster? Es sah zunächst danach aus, aber dann erlebten wir ein grandioses Wolkentheater mit frischem Wind und nur einem kleinen Erfrischungsschauer. Gut für die ehemaligen Elsterspatzen vom "Echo-Chor", noch besser für die Spatzen von heute, die uns bei Sonnenschein mit der "Rolfs Vogelhochzeit" beglückten - mit einem Überraschungsei, aus dem zwei Küken schlüpften. Auch die Alsterfrösche aus Hamburg hatten Ihre Freude daran. Sie überraschten das Publikum mit ihrem atemberaubenden 6-Minuten-Rolf-Medley, überbrachten zünftige Hamburger Musikgrüße und überzeugten mit viel Power als "Die Kinder des Rock 'n' Roll". Ihr Maskottchen "Fridolin" war sicherlich der einzige auf dem wohlgefüllten Festplatz, der sich so richtig über die das Meer von Mücken an der Elbe freuen konnte. Die Hamburger knüpften schnell Kontakt mit unserem Gastchor Červánek aus Mělník, der uns mit mehrstimmigem Gesang voller feiner Nuancen und Witz beeindruckte. Ein gesungenes deutsch-tschechisches Miteinander in "elbisch", also in beiden Sprachen gleichzeitig, machte aus den Gästen bald Freunde, die sich noch am Abend im neuen Elbe-Erlebnispark von Elster vergnügten. Die Augenweide des Tages war, außer den Vogelkindern, der Überraschungsbesuch der "Elbnixe" von Elster, die unserem Michael Gundlach herzlich, wenn auch nachträglich zum 50. Geburtstag gratulierte. Ein Tänzchen am Abend, beim traditionellen "Schifferball", rundete für das Elbtour-Team einen traumhaften Tag in einem Ort ab, der mit seinen zahlreichen jungen Familien und viel Optmismus so richtig ins Elbkinderland passt.

29.8. - Coswig

War das ein Bruthitze im Klosterhof von Coswig - vor genau 10 Jahren, bei der ersten "Elbtour gegen Strom". An diesem Sonntag waren wir froh über einen bedeckten Himmel mit angenehmen Temperaturen, bei denen sich offenbar auch die Elbmücken sehr wohl fühlten. Coswig ist der offizielle Sitz des Vereins Elbkinderland. Unser Vorsitzender Günter Jacobsen nahm darum das Organisatorische in Partnerschaft mit der Kulturbeauftragen der Stadt und unserem Mitglied Claudia Hermann persönlich in die Hand. Und wir gewannen viele neue Freunde an diesem Familiensonntag: Ein Gemeinschaftschor der Grundschulen in Coswig und ein integrativer Gemeinschaftschor aus Dessau werden von nun an Freundschaften im Elbkinderland suchen und finden. Beide Chöre sangen voller Begeisterung für gut 500 Besucher von diesseits und jenseits der Elbe. Auch in Coswig erfreute sich das Publikum an der "Vogelhochzeit" der Elbspatzen aus Elster. Eine Freundschaft zwischen den Hamburger Alsterfröschen und Červánek aus Mělník bahnt sich an, von der Bühne ins richtige Leben. Die hervorragende Akustik im Klosterhof brachte die Mehrstimmigkeiten und den kraftvollen Gesang der beiden Gruppen mit ihren kleinen und großen Sängern ganz besonders zur Geltung. Eine "Elbnixe" haben wir nun auch im Elbtour-Team. Einstimmig wurde (inspiriert vom Elsteraner Schifferball) unsere Kamerafrau Anke von der Jury gekürt. Die Kinder aus Coswig und Dessau werden nach ihrem ersten Auftritt im Elbkinderland mit viel Herzklopfen nach Hause gefahren und ins Bett gegangen sein. Ob im Nachtbus nach Hamburg und Mělník geschlafen wurde, wird ein Geheimnis bleiben. Kein Geheimnis ist, das wir am nächsten Wochenende mit drei Schritten von Lauenburg über Wittenberge nach Magdeburg ins große Finale der Elbtour 2010 hinein gehen. Noch könnt Ihr uns besuchen, wir freuen uns darauf!